TurkDeutsch Service TRDE
TR Bu sayfa Türkçe →

Übersetzung mit Frist am selben Tag: zuerst Rechtslage und Anforderung der Stelle klären

Was § 23 VwVfG und § 142 ZPO zu Übersetzungen sagen, wie Sie bei der Stelle nachfragen und wo die Beglaubigung im Zeitplan liegt.

Warum zählt bei Fristen am selben Tag zuerst die Rechtslage und nicht die Geschwindigkeit?

Wer als Übersetzer oder Büro einen Auftrag mit Frist am selben Tag erhält, denkt zuerst an das Tempo. Für die Frage, ob ein Dokument überhaupt rechtzeitig und wirksam bei der Stelle ankommt, ist aber entscheidend, was die Stelle verlangt und was das Gesetz erlaubt. Dieser Beitrag ordnet die einschlägigen Normen ein, zeigt, wie Sie bei der Stelle nachfragen, und beschreibt, wie sich die Beglaubigung im Zeitplan einfügt. Wir erstellen Vorübersetzungen Türkisch–Deutsch und beglaubigen nicht.

Was regelt § 23 VwVfG bei fremdsprachigen Eingaben?

§ 23 des Verwaltungsverfahrensgesetzes trägt die Überschrift „Amtssprache“. Nach dem auf gesetze-im-internet.de veröffentlichten Wortlaut gilt:

  • Absatz 1: Die Amtssprache ist deutsch.
  • Absatz 2: Werden bei einer Behörde in einer fremden Sprache Anträge gestellt oder Eingaben, Belege, Urkunden oder sonstige Dokumente vorgelegt, soll die Behörde unverzüglich die Vorlage einer Übersetzung verlangen. In begründeten Fällen kann die Vorlage einer beglaubigten oder von einem öffentlich bestellten oder beeidigten Dolmetscher oder Übersetzer angefertigten Übersetzung verlangt werden. Wird die verlangte Übersetzung nicht unverzüglich vorgelegt, kann die Behörde auf Kosten des Beteiligten selbst eine Übersetzung beschaffen.
  • Absatz 3: Soll durch eine Anzeige, einen Antrag oder die Abgabe einer Willenserklärung eine Frist in Lauf gesetzt werden, innerhalb deren die Behörde in einer bestimmten Weise tätig werden muss, und gehen diese in einer fremden Sprache ein, beginnt der Lauf der Frist erst mit dem Zeitpunkt, in dem der Behörde eine Übersetzung vorliegt.
  • Absatz 4: Soll durch eine fremdsprachige Anzeige, einen Antrag oder eine Willenserklärung zugunsten eines Beteiligten eine Frist gegenüber der Behörde gewahrt, ein öffentlich-rechtlicher Anspruch geltend gemacht oder eine Leistung begehrt werden, gelten sie als zum Zeitpunkt des Eingangs bei der Behörde abgegeben, wenn auf Verlangen der Behörde innerhalb einer von dieser zu setzenden angemessenen Frist eine Übersetzung vorgelegt wird. Andernfalls ist der Zeitpunkt des Eingangs der Übersetzung maßgebend, soweit sich nicht aus zwischenstaatlichen Vereinbarungen etwas anderes ergibt. Auf diese Rechtsfolge ist bei der Fristsetzung hinzuweisen.

Für die Praxis folgt daraus: Das Gesetz verlangt nicht für jede fremdsprachige Unterlage automatisch eine beglaubigte Übersetzung. Die Behörde soll zunächst eine Übersetzung verlangen, und die beglaubigte Fassung kommt nur in begründeten Fällen in Betracht. Für die Fristwahrung ist vor allem Absatz 4 interessant, weil eine nachgereichte Übersetzung die Wirkung des ursprünglichen Eingangs erhalten kann, sofern die Behörde eine Frist gesetzt hat.

Gilt § 23 VwVfG für jede Behörde?

Nicht ohne Weiteres. § 23 VwVfG ist Bundesrecht. Nach § 1 Absatz 3 VwVfG gilt das Gesetz nicht, soweit die Verwaltungstätigkeit bei der Ausführung von Bundesrecht durch die Länder landesrechtlich durch ein Verwaltungsverfahrensgesetz geregelt ist. Welche Vorschrift auf die Stelle anzuwenden ist, hängt also davon ab, ob sie Bundes- oder Landesrecht anwendet. Wir geben den Inhalt der Landesgesetze hier nicht wieder und behaupten nicht, dass sie mit § 23 übereinstimmen. Prüfen Sie im Einzelfall den Text des jeweiligen Landesgesetzes oder fragen Sie die Stelle.

Was gilt im Zivilprozess nach § 142 ZPO?

§ 142 der Zivilprozessordnung betrifft nur das zivilgerichtliche Verfahren. Nach Absatz 3 kann das Gericht anordnen, dass von in fremder Sprache abgefassten Urkunden eine Übersetzung beigebracht wird. Diese muss von einem Übersetzer stammen, der für Sprachübertragungen der betreffenden Art in einem Land nach den landesrechtlichen Vorschriften ermächtigt oder öffentlich bestellt wurde oder einem solchen Übersetzer gleichgestellt ist. Satz 2: Die Übersetzung gilt als richtig und vollständig, wenn dies von dem Übersetzer bescheinigt wird. Nach Satz 3 soll die Bescheinigung auf die Übersetzung gesetzt werden, Ort und Tag der Übersetzung sowie die Stellung des Übersetzers angeben und von ihm unterschrieben werden. Der Beweis der Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit bleibt zulässig, und die Anordnung kann nicht gegenüber einem Dritten ergehen.

Für den Zeitplan heißt das: Ohne die Bescheinigung des Übersetzers entfaltet die Übersetzung diese Wirkung nicht. Sie ist also der letzte Schritt, den nur Sie leisten können.

Wie fragen Sie bei der Stelle zielgerichtet nach?

Eine kurze schriftliche Anfrage spart Zeit. Ein Entwurf: „Für den Termin am [Datum] liegt uns eine Urkunde in türkischer Sprache vor. Bitte teilen Sie mit, ob eine einfache Übersetzung genügt oder eine beglaubigte verlangt wird, ob die Übersetzung nachgereicht werden kann und bis wann, und ob bestimmte Teile des Dokuments ausreichen.“ Halten Sie die Antwort schriftlich fest. Erreichen Sie niemanden, notieren Sie das und arbeiten Sie nur mit einer ausdrücklich als Annahme bezeichneten Vorgabe.

Wie fügt sich die Beglaubigung in den Zeitplan ein?

SchrittWerZeitbedarf einplanen für
Anforderung der Stelle klärenSieRückruf, schriftliche Bestätigung
Entwurf erstellenwirUmfang und Lesbarkeit der Vorlage
Prüfung und BescheinigungSieNamen, Daten, Nummern, Vermerk mit Ort, Tag, Stellung
ÜbermittlungSieAusdruck, Versand oder persönliche Vorlage

Ein fertiger Entwurf um 14:00 Uhr bedeutet nicht, dass die Unterlage um 14:00 Uhr bei der Stelle liegt. Nennen Sie Ihrem Kunden eine Uhrzeit erst, wenn Sie alle vier Schritte eingeplant haben.

Welche Zusagen machen wir nicht?

Wir versprechen nicht, dass etwas „rechtzeitig fertig wird“. Wir sehen uns Unterlagen und Uhrzeit an und sagen ehrlich, ob es realistisch ist. Ist es das nicht, erfahren Sie es früh genug, um umzuplanen, etwa durch eine Nachfrage bei der Stelle nach einer Nachreichfrist. Namen, Daten und Nummern werden nicht der Zeit geopfert, denn Fehler fallen sonst erst bei Ihrer Beglaubigung auf.

Wie sprechen Sie mit dem Kunden über Risiken?

Benennen Sie drei Dinge: Eine nicht schriftlich bestätigte Anforderung ist eine Annahme. Unleserliche Stellen werden markiert und nicht erraten. Die genannte Uhrzeit ist ein Ziel einschließlich Ihrer Beglaubigung, keine Garantie. Eine Musternachricht für eine Vollmacht in einem Zivilverfahren, als Beispiel für eine denkbare Konstellation: „Dokument: Vollmacht (TR→DE). Stelle: Gericht, Verhandlung morgen 10:00. Beglaubigte Übersetzung angeordnet: noch nicht bestätigt. Namen: wie im Reisepass. Anhang: zwei Seiten, gut lesbar.“ Weitere Informationen finden Sie unter Dokumentarten, Ablauf und Vertraulichkeit, FAQ und Kontakt. Unser Angebot für freiberufliche Übersetzer und Übersetzungsbüros ist dort gesondert beschrieben.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechtsberatung. Ob eine Übersetzung nötig und ob sie beglaubigt sein muss, entscheiden der ermächtigte Übersetzer sowie die zuständige Stelle bzw. das Gericht; wir beglaubigen nicht.

Quellen

Veröffentlicht: 2026-11-01

Testen Sie uns mit einem ersten Auftrag

Datei senden, unverbindliches Angebot erhalten, geprüfte Übersetzung bekommen. Angebot passend zu Ihrem Budget, Eilaufträge je nach Verfügbarkeit.

WhatsApp